CES: Bosch lässt Hollywood-Fiktion Realität werden

Auf der Elektronik- und Computermesse CES in Las Vegas werden viele Produktneuheiten mit Autos präsentiert. Das Mobile Computing dehnt sich nun auch auf das Driving Computing aus. Schwerpunkt wird hierbei auf das Thema „Automatisiertes Fahren“ gesetzt, welches stark an den Knight Industrie Two Thousand erinnert. Kennt ihr nicht. Dann lasst uns eine kleine Reise mit K.I.T.T. (ohne David Hasselhoff) zur CES in Las Vegas machen. Ihr dürft auch hinten einsteigen. Einen Fahrer brauchen wir heute nicht.

Knight Rider Nachbau bei BOSCH

Hollywood hat es vorgemacht: In den 1980er Jahren brachte die Traumfabrik mit der Action-Serie Knight Rider einen sprechenden und vor allem selbstfahrenden Pontiac Firebird Trans Am namens K.I.T.T. ins Fernsehen. Selbst bin ich großer Fan gewesen und habe alle 110 Episode gesehen. Knapp 30 Jahre später ist automatisiertes Fahren keine TV-Vision mehr. „Bosch macht aus Science-Fiction Schritt für Schritt Realität“, sagt Bosch-Geschäftsführer Dr. Dirk Hoheisel. Autos mit Bosch-Technik übernehmen schon heute in einzelnen Situationen wie Stau oder Einparken das Steuer. Bosch präsentiert seine Lösungen vom 6. bis 9. Januar auf dem „Vehicle Intelligence Marketplace“ der International CES 2015 in Las Vegas.

Als einer der weltweit größten Anbieter von Mobilitätslösungen arbeitet Bosch seit 2011 an zwei Standorten – in Palo Alto in den USA sowie in Abstatt in Deutschland – am automatisierten Fahren. Beide Teams greifen dabei auf ein Netzwerk von weltweit mehr als 5 000 Bosch-Ingenieuren aus dem Bereich Fahrerassistenzsysteme zurück. Triebfeder für die Entwicklung bei Bosch ist die Sicherheit. Weltweit sterben jedes Jahr schätzungsweise 1,3 Millionen Menschen durch Verkehrsunfälle – Tendenz steigend. In 90 Prozent der Fälle ist menschliches Fehlverhalten der Auslöser.

Kurz zusammengefasst

  • Autos mit beschriebener Bosch-Technik können schon heute das Steuer übernehmen
  • Das Unternehmen entwickelt automatisiertes Fahren in Kalifornien und Deutschland
  • Sensoren von Bosch sind die Sinnesorgane für moderne Fahrzeuge
  • iBooster schafft Voraussetzung für das automatisierte Fahren
  • Bosch zeigt Technik-Portfolio auf dem „Vehicle Intelligence Marketplace

Notbremssystem und Berechnungen bei BOSCH - KissMyDrive

Vom Notbremssystem bis zum Stauassistenten

Autofahrer in kritischen Verkehrssituationen von der Fahraufgabe zu entlasten, kann Leben retten. Studien zufolge könnten mit dem vorausschauenden Notbremssystem von Bosch zum Beispiel allein in Deutschland bis zu 72 Prozent aller Auffahrunfälle mit Personenschaden vermieden werden, wenn alle Fahrzeuge das System an Bord hätten. Sicher und entspannt ans Ziel gelangen Autofahrer auch mit dem Bosch-Stauassistenten. Bis Tempo 60 bremst er in dichtem Verkehr selbstständig, gibt Gas und hält das Auto in der Spur.

Mit der Fahrerassistenz wird Bosch 2016 eine Milliarde Euro umsetzen“, sagt Hoheisel. Assistenzsysteme sind der Grundstein für das automatisierte Fahren, das schrittweise kommt. Bosch hat bereits das hochautomatisierte Fahren im Blick, bei dem der Fahrer das Fahrzeug nicht mehr ständig überwachen muss. „Mit dem Autobahnpiloten von Bosch fahren Autos 2020 automatisch von Auffahrt bis Abfahrt“, sagt Hoheisel. Im Laufe des darauffolgenden Jahrzehnts sind sie vollautomatisiert unterwegs und bewältigen alle Situationen während der gesamten Fahrt.

Berechnungen bei BOSCH - KissMyDrive

Bosch-Sensoren sind die Sinnesorgane der Autos

Automatisiertes Fahren hat Einfluss auf alle Bereiche im Auto – Antrieb, Bremse, Lenkung – und setzt ein umfassendes Systemverständnis voraus. Basis sind Sensoren mit Radar-, Video- und Ultraschalltechnik, die Bosch seit vielen Jahren millionenfach fertigt. „Sensoren sind die Sinnesorgane, über die Autos ihr Umfeld wahrnehmen“, sagt Hoheisel. Leistungsfähige Software und Rechner verarbeiten die gesammelten Informationen und gewährleisten, dass sich automatisierte Fahrzeuge sicher und zudem spritsparend durch den Straßenverkehr bewegen.

Wenn sukzessive immer mehr Fahraufgaben vom Auto übernommen werden, stellt das besondere Anforderungen an sicherheitsrelevante Systeme wie Bremse und Lenkung. Um die größtmögliche Verfügbarkeit beim Ausfall einer dieser Komponenten sicherzustellen, wird eine Absicherung benötigt, die Bosch für die Bremse beispielsweise bereits verfügbar hat. So können der elektromechanische Bremskraftverstärker iBooster sowie das Bremsregelsystem ESP unabhängig voneinander das Auto abbremsen, ohne dass der Fahrer eingreifen muss.

Innenraum eines Jeep - KissMyDrive

iBooster als Voraussetzung für automatisiertes Fahren

Der iBooster von Bosch erfüllt damit eine wichtige Voraussetzung für das automatisierte Fahren. Der Bremskraftverstärker kann den Bremsdruck nämlich völlig selbstständig und dreimal schneller aufbauen als ein ESP-System. Erkennt zum Beispiel ein vorausschauendes Notbremssystem eine Gefahrensituation, stoppt das Fahrzeug deutlich schneller. Gleichzeitig beherrscht der iBooster auch das sanfte Abbremsen der adaptiven Abstands- und Geschwindigkeitsregelung ACC bis zum Fahrzeugstillstand – und das nahezu geräuschlos.

Auch für Hybrid- und Elektrofahrzeuge ist der iBooster eine Schlüsselkomponente. Zum einen, weil er ohne den vom Verbrennungsmotor oder über eine Vakuumpumpe aufwändig erzeugten Unterdruck auskommt. Zum anderen, weil der Bremskraftverstärker im Zusammenspiel mit dem speziell für Hybrid- und Elektrofahrzeuge entwickelten ESP hev eine nahezu vollständige Rückgewinnung der Bremsenergie in elektrische Energie ermöglicht und damit die Reichweite für das elektrische Fahren erhöht. Fast alle im Straßenverkehr üblichen Verzögerungen können dank des iBoosters über den Elektromotor eines Hybrid- oder Elektrofahrzeugs erreicht werden, um die maximale Bremsenergie zurückzugewinnen. Muss einmal stärker gebremst werden, oder kann der Generator das geforderte Bremsmoment nicht bereitstellen, erzeugt der Bremskraftverstärker den zusätzlich erforderlichen Bremsdruck klassisch über den Hauptbremszylinder.

Unterwegs mit dem BMW - KissMyDrive

Bosch-Technik auf dem „Vehicle Intelligence Marketplace“

Neben seinem umfangreichen Produktportfolio für Fahrerassistenzfunktionen und Bremssysteme zeigt Bosch auf dem „Vehicle Intelligence Marketplace“ der CES in Las Vegas auch eine echte Hollywood-Legende: einen Nachbau von K.I.T.T. aus der Action-Serie Knight Rider.

Video zum Thema automatisiertes Fahren


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Comment (1)

  1. Das sieht alles noch so unglaubwürdig aus. Ich denke aber, dass dies unsere Zukunft ist und wir stolz sein können, dass ein (deutsches) Unternehmen hier schon Fortschritte gemacht hat. Sicherlich werden wir uns daran gewöhnen müssen. Wenn wir wollen, können wir aber unmittelbar die Kontrolle wieder übernehmen (wie im Video gesehen). Schöne neue Welt.

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